Mémoire de personne
Nochmal das Gesicht
des unbekannten
Jungen, der am Bürgersteig
an einen Pfosten lehnt
in seinem frisch
aussehendem Anzug
und, von der Wand
einer Galerie
des Metropolitan
Museum of Art, vor wie
vielen in mir
zerfegten Jahren
die schwarzweiß
Ferrotypie
selbst hindurch-
blickt, plötzlich wieder
auf einer Parkbank
der Jardin du Luxembourg
heute morgen
zu erkennen — wie er kurz
vom Handy hochkuckt,
mein knirschendes
Vorbeilaufen wahrzunehmen
und dann zurück
auf das verborgene
Bildschirm
in seinen Händen
schaut — denselben
durch die Zeit schneiden-
der Blick jähster
Gleichgültigkeit. Es ist
eine Segnung für keinen
bestimmt, nicht ihn,
nicht ich — dass einer
von uns, dass überhaupt
jemand noch jung
sein kann.
